media artist

EYE HEAR YOU

Community Art Project

Partizipatives Arbeiten

Unsere Projekte fördern aktive Beteiligung und Mitgestaltung durch alle Teilnehmenden.

Der Medienkünstler Wolf Nkole Helzle und die Klangkünstlerin Mirja Wellmann entwickeln gemeinsam ortsbezogene Formate, in denen visuelle und akustische Wahrnehmung gleichberechtigt ineinandergreifen. Mit Gruppen aus der Bevölkerung konzipieren sie Spaziergänge in der Umgebung des jeweiligen Einsatzortes. Dabei werden beispielsweise „Wunder am Rande des Weges“ fotografiert – Details, die im Alltag meist unbeachtet bleiben – und ebenfalls akustisch erkundet.

Im Atelier werden die fotografischen Arbeiten von den Kameras in eine Datenbank übertragen, um später mithilfe der eigens dafür entwickelten Plattform myMatrix aus tausenden solcher „Mosaiksteinchen“ ein großes bewegtes Bild zu formen. Parallel dazu entstehen in gemeinsamen Hörtouren Notate der Geräusche von Orten auf Papier. In Verbindung mit Field Recordings der Klangkünstlerin verdichten sich diese zu einem Hörstück in der Art konkreter Poesie, das komponiert, aufgezeichnet und zeitgleich mit den Bildern erfahrbar wird.

So entsteht ein gemeinsamer Erfahrungsraum, in dem Sehen und Hören zusammenfinden. Die Teilnahme eignet sich auch für Kinder.

Vorgehensweise

Die Bevölkerung ist eingeladen, sich an den Datensammlungen zu beteiligen, indem sie die Künstler bei ihren fotografischen und lauschenden Erkundungen begleiten. Zuerst werden  die Zielgruppen ausgewählt und ein Zeitplan von ein bis zwei Wochen erstellt, in welchem die Aufnahmen stattfinden können.

In dieser Zeit werden Daten gesammelt. Diese Daten bestehen aus tausenden von Bildern von der projektspezifisch zu definierenden Gegend und aus Klängen und notierten Hörerfahrungen, welche von den beteiligten Künstlern mit aller Sorgfalt eingebracht werden.

Sobald alle Daten vorhanden sind (sprich die Bilder von den Kameras übernommen und bearbeitet wurden), werden diese in eine dafür entwickelte Datenbank eingespeist.

Die Hörprotokolle der Akteure werden von Mirja Wellmann ausgewertet und die notierten Geräusche zu einem Hörstück zusammengestellt. Diese werden dann mit den aufgenommenen Field Recordings der Orte zu einem Klangteppich komponiert. So entsteht ein Hörstück aus Klängen und Stimme. 

Präsentation 

Nach der Einspeisung aller Bilder in die myMatrix-Datenbank wird die Projektion gestartet. Die Bilder können mit einem oder mehreren Videobeamer(n) auf Flächen wie beispielsweise Wände projiziert werden oder auf Bildschirmen zu sehen sein.

Die Bilder werden dreidimensional geschichtet und bewegen sich nach einer unsichtbaren Dramaturgie durch den Raum. Die Besucher können mitten hineingehen in diese Matrix, dieses visuell akustische Abenteuer. Und damit ihrer Region, ihrer Landschaft begegnen, sie aus tausenden von Facetten neu wahrnehmen. 

Das Hörstück aus Klängen und Stimme von Mirja Wellmann wird gleichzeitig zu den Bildern eingespielt, wodurch sich ein sehr besonderes Beziehungsgeflecht zwischen Bild und Klang ergibt.

Rückmeldungen

Partizipierende geben im Nachhinein immer wieder die Rückmeldung, dass seit der Teilhabe am Projekt man anders wahrnimmt, anders hört und mehr auf seine Umgebung achtet. Der bewusstere Umgang mit einem Ort hat sich verstärkt, sich im Hier und Jetzt zu verorten. Auch die Faszination der Erfahrung, dass am gleichen Ort Menschen so unterschiedlich im visuellen und auditiven wahrnehmen, ist ein besonderer „Aha-Effekt“. 

Unsere Beobachtung als Künstler ist vor allem, wie erstaunt die Menschen über ihre neu gewonnene Wahrnehmungsebenen sind. Man glaubt sich zu kennen und entdeckt viele neue Seiten an sich. Auch der Prozess des miteinander Arbeitens in der Gruppe, wird als sehr bereichernd empfunden.

Unsere Erfahrung ist, dass eine sorgsame Vorbereitung zum Erfolg des Projektes beiträgt. Dazu gehört die Planung und Konzeption mit der zuständigen Institution, Menschen zur Teilnahme mittels sozialer Netzwerke oder gezielten Aufrufen einzuladen. 

Wir kommen zu Ihnen

Unser Kollektiv arbeitet jeweils vor Ort in Kooperation mit Kulturinstitutionen wie beispielsweise Museen, Galerien, Kunstvereinen, soziokulturellen Einrichtungen, Kulturämtern von Städten und Gemeinden, Kunsthochschulen, Firmen und Festivals.

Der erste Schritt besteht aus der gemeinsamen Konzeption, um Ideen und Möglichkeiten zur Deckung zu bringen. Gerne kommen wir zu Ihnen.

www.eyehearyou.org

Beispiele einer Installation bei YouTube

Beschreibung als PDF-Dokument

Die Künstler

Medienkünstler Wolf Nkole Helzle arbeitet vorwiegend mit Fotografie, Video, Installationen und Performances. Viele seiner Arbeiten sind partizipativer Natur: Zuschauer, Gäste, Passanten und Besucher werden Teil des künstlerischen Prozesses.

Helzle steht für die Entwicklung des Gesamtkonzepts von myMatrix und der Software - in Zusammenarbeit mit Studenten der technischen Universitäten München und Nürnberg - und für das sammeln der Bilder. Ebenfalls führt er in der Regel bei den Projekten die Regie.

Klangkünstlerin Mirja Wellmann ist bekannt für ihre außerordentliche akustische Wahrnehmung von Orten und wird oft als "professionelle Hörerin" bezeichnet.
Sie fertigt von ausgesuchten Plätzen Hörprotokolle an, indem sie lange zuhört und die charakteristischen Geräusche eines Ortes bestimmt. In Teilhabeprojekten mit der Bevölkerung, wie der Hörtour, entstehen Geräuschnotate, die von der Künstlerin in einer Art konkreten Poesie zu Hörstücken verarbeitet werden.
http://www.mirja-wellmann.de/biografie/

Die Entwicklungspartnerschaft

Die gemeinsam mit dem IF-Lab der InterFace AG, Unterhaching bei München - mit Unterstützung der TU München, Fachbereich Informatik - und dem Medienkünstler Wolf Nkole Helzle entwickelte Applikation ist eine servergestützte Webanwendung.


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