Manifestationen



Begriffskörper_V3
3D-Image (Ausschnitt), FineArtPrint, 180 x 100 cm, 2010


Begriffskörper_V3
3D-Image, FineArtPrint, 180 x 100 cm, 2010

Trotzdem mein Körper aus „Fleisch und Blut“, Knochen, Gehirnmasse, Nerven, Zehennägeln, Haaren, Fett, Schleim und Gewebe bereits ein Universum darstellt, mindestens jedoch ein „Silicon Valley“ an vernetzter und intelligenter Effizienz, so habe ich doch bereits seit längerer Zeit den Verdacht, dass es da noch andere Körper gibt, die in gleicher Weise etwas mit mir zu tun haben. Bereits gegen Ende des letzten Jahrhunderts (Jahrtausend klingt so dramatisch) erfand ich dafür den Namen „Begriffskörper“ und es entstanden erste Versuche, diesen sichtbar zu machen. Ich erlebe diesen Körper wie eine Haut, eine Zone, die zwischen meinem physischen Körper und der Außenwelt ihr Dasein fristet. Er fungiert wie ein hochkomplexer Filter - bzw. viele viele Filter gleichzeitig, je nach Bedarf - um die Eindrücke zu selektieren und zu bewerten und sie solchermaßen getrimmt an die Sinnesorgane des Körpers weiterzuleiten. Die Filter bestehen aus genau all dem, was ich im Laufe meines Lebens von der Außenwelt über das Leben eines Menschen gelernt oder übertragen bekommen habe und sie steuern damit all mein Denken und Handeln. In der aktuellen Wiederaufnahme ist es mir nun auch gelungen, die Absorbtionsintelligenz dieses Körpers darzustellen, durch welche er in der Lage ist, die durch ihn erschaffene Welt wiederum nach außen zu projizieren: Ich erschaffe mir die Außenwelt exakt so, wie ich zuvor Wirklichkeit gefiltert und bewertet habe und glaube das dann auch noch „und wehe Du widersprichst mir!“